Stadtgeschichte von Zwickau

Erstmals wird Zwickau unter dem Namen "Zcwickaw" in einer von Bischof Dietrich I. von Naumburg ausgestellten Stiftungsurkunde der Marienkirche im Jahre 1118. Die Stadt gehört dem Land Sachsen an und wird ab 1212 als Stadt bezeichnet. 1348 erhält Zwickau ein offizielles Stadtrecht, das, das bisher geltende Recht erstmalig schriftlich festhält und damit verbindlich ist.

Am 20. Mai 1403 ereignet sich der größte Stadtbrand in der Geschichte Zwickaus. Innerhalb der Ringmauer ist Zwickau fast komplett zerstört. 1470 werden auf dem Schneeberg Silberanbrüche gefunden, was wachsenden Wohlstand für Zwickau bedeutet, da nicht nur Zwickauer Bürger an dem Silberabbau beteiligt sind, sondern das Edelmetall in der Stadt geschmolzen wird und der Bergbau von dort aus versorgt wird. Die Reformatoren Thomas Müntzer und Martin Luther predigen 1520/22 in Zwickau. Ab 1523 wird die Reformation eingeführt, was die Abschaffung einiger katholischen Zeremonien durch Pfarrer Hausmann mit sich bringt.

Zwickau ist durch die Lage an der Mulde und an einer der wichtigsten Handelstraßen nach Böhmen eine bedeutende Handelsstadt geworden. 1789 dehnt sich die Stadt so weit aus, dass die alten Stadtmauern abgetragen werden müssen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Am 8. Juni 1810 wird der Komponist Robert Schumann in Zwickau geboren.

Ab dem Jahre 1838 wird die unter der Stadt liegende Steinkohle abgebaut, damit tritt in der Region eine stürmische industrielle Entwicklung, besonders des Maschinenbaues, ein. Durch den wachsenden Bedarf an Ingenieuren und Technikern, werden die ersten technischen Schulen gegründet. 1828 eröffnet eine Sonntagsschule für Gewerbetreibende. 1862 beginnt die Bergschule in Zwickau mit der technischen Ausbildung für den Steinkohlenbergbau. Erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts werden die letzten Steinkohleabbaustätten geschlossen. 1845 wird die Eisenbahnlinie Zwickau - Werdau eröffnet.

1881 entwickelt der Zeugschmied und Feinmechaniker Carl Wolf die Benzinsicherheitsgrubenlampe. Er rettet damit vielen Bergleuten das Leben und begründet den Welterfolg der Zwickauer Grubenlampenwerke. 1897 wird die Ingenieurschule Zwickau zur Ausbildung von Ingenieuren und Technikern für Maschinenbau und Elektrotechnik gegründet.

1904 gründet August Horch die A.Horch & Cie.-Motorenwerke AG. Da Horch es versäumt seinen Namen als Marke schützen zu lassen, ist er bereits 1909 gezwungen das Werk umzunennen, es entstehen die Audi-Werke. Seither werden in Zwickau als einzigem Standort in Deutschland ununterbrochen Autos gebaut. Während der Ost-West-Teilung wird in Zwickau der Trabant gefertigt, gegenwärtig baut VW im Zwickauer Stadtteil Mosel den Golf und den Passat. 1927 kommt der erste Achtzylindermotor aus Zwickau.

1952 wird Zwickau bei der Verwaltungsreform der DDR dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet und in die Landkreise Zwickau und Werdau aufgeteilt. Am 10. Juli 1954 trifft Zwickau eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Mulde überschwemmt das ganze Innenstadtgebiet und es werden bei den Wiederaufbauten über 2.400 Kubikmeter Schlamm aus der Stadt entfernt. 1955 geht das erste Auto mit Kunststoffkarosserie in Serie. 1977 stellt mit der "Martin-Hoop-Schächte" die letzte Steinkohleabbauanlage ihren Betrieb ein.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wird Zwickau wieder dem Land Sachsen zugeordnet.
Am 30. April 1991 wird im Sachsenringwerk der letzte Trabant produziert. Im Frühjahr 2000 stiftet der Zwickauer Lions-Club »Robert Schumann« und die Robert Schumann-Gesellschaft den Robert-Schumann-Förderpreis für junge Musiker, dessen Verleihung seitdem jährlich talentierte Musiker anlockt und Musikbegeisterte hinreißt. Vom 1. bis 3. September 2000 richtet Zwickau den 9. "Tag der Sachsen" aus. Am 10. Mai 2004 feiert die Stadt gemeinsam mit Bundeskanzler Schröder die Festveranstaltung "100 Jahre Automobilbau in der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau". August Horch hatte am 10. Mai 1904 die "A. Horch & Cie. Motorenwerke AG" in das Zwickauer Handelsregister eintragen lassen und damit den bedeutendsten Wirtschaftszweig der Region begründet